Die Siedlungsform der magyarischen Grenzwächter in der Oberwarter Gegend wurde mit Übergang zum Ackerbau noch lange nicht geändert, denn am Anfang herrschte auch hier, wie im übrigen Ungarn zu dieser Zeit eine Feldgemeinschaft. Es ist bekannt, dass sich 1691 schon sehr viele Parzellen in den Besitz einzelner Familien befanden, sodaß sich hier die Feldgemeinschaft schon davor aufgelöst haben dürfte. Damit wird das Siedlungsgebiet auch vermessen und jedem Haus ein Hofgrund zugeteilt worden sein. Mit dieser Aufteilung wurde für das Siedlungsgebiet eine bestimmte „Siedlungsordnung“ geschaffen, eine gewisse Regelmäßigkeit war erforderlich, die Häuser konnten nicht mehr nach eigenem Gutdünken angelegt werden. - Da diese Aufteilung aber auf einem schon unregelmäßig angelegten Siedlungsgebiet vorgenommen wurde, konnte sie nicht überall in der gewollten Regelmäßigkeit durchgeführt werden. Der Ausschnitt der Siedlungskarte zeigt, daß der zentrale Teil des Pinkaszer zur Zeit der Siedlungsregulierung am dichtesten besiedelt war, und die Siedlung weiterhin sehr unregelmäßig geblieben ist und damit die Grundbedingungen einer Haufensiedlung erfüllt. In erster Linie stehen die Häuser regellos durcheinander, zweitens stehen die unregelmäßig angelegten Häuser auf unregelmäßigen Hoffluren und selbst die Siedlungsblöcke weisen eine sehr unregelmäßige Form auf. - Im Unterschied dazu weist der südwestliche Siedlungsteil des Pinkaszer und der an das Pinkaszer anschließende Teil des Malomszer, eine viel größere Regelmäßigkeit auf, welche die gutgelungene Siedlungsregulierung des dünn besiedelten Gebietes beweist. Die Pinka floss früher anders (entlang der blau punktierten Linie [Anm.: Damals zweigte sie am Beginn der heutigen Mühlgasse in die Grazerstraße ab und floss daneben bis zum Gasthof Drobits, dann rechts in die Falkengasse und dort wieder leicht rechts weg ca. in den Bereich der heutigen Pinkagasse, wo sie etwas vor der heutigen Brücke wieder in den damaligen Verlauf der Pinka einfloss.]) und so befand sich dieser heute regelmäßig angeordnete Siedlungsteil am Rande des Pinkaszer ursprünglich rechts der Pinka. Zwischen diesem Teil des Pinkaszer und des Tüskevár (Dornburg) bestand noch 1965 ein siedlungsleerer Raum. So konnte dieser Siedlungsteil ohne Schwierigkeit regelmäßig angeordnet werden. - Nach den in den Jahren 1901, 1933/34 und vom Land Burgenland in den Jahren 1949 bis 1975 in drei Bauetappen durchgeführten Regulierungen verlief die Pinka in einem ortsnaheren Bereich als heute. Ehemaliger Verlauf der Pinka vor der Regulierung in den 60er Jahren: Stieber Mühle – Wehrgasse – Brücke Grazerstraße / GH Zambo - Brücke Pinkagasse – Kurve links entlang der Graf Erdödystrasse bis Ref. Lesevereinssaal – Schlachthof (heute Feuerwehr) - Raffelmühle (eigener Mühlgang zur Schmaldienstmühle und Raffelmühle) – entlang Badgasse/Alfred Pahrgasse und Trogergasse zum Haus Steinamangererstraße 54 (ehem. Kaufhaus Polster) - dahinter Teilung in Mühlgang und Pinka selbst. Der Mühlgang führte zum Hammerwerk (mit Fuith-Wehr = Fuith Gad) Steinamangererstraße 56 – Zusammenfluss hinter dem Haus Steinamangererstraße 60 (ehem. Haus Maria Fuith) – entlang der Steinamangererstraße bis zur Unterwarter Brücke und weiter bis Flurgasse – entlang der Flurgasse und dann in die Untertrummergasse – entlang eines Teils der alten Unterwarterstraße nach Unterwart;
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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