Die Zeitung berichtet sehr ausführlich: „Samuel Hutter, Schlossermeister, Ehren-Bezirks-Feuerwehrkommandant des Bezirkes Oberwart und Ehrenkommandant der Stadtfeuerwehr Oberwart gestorben. Im seiner unendlichen Güte hat es Gott der Herr über Leben und Tod, für gut befunden Schlossermeister Samuel Hutter im Alter von 66 Jahren von seinem langen und schweren Leiden am 12, November zu erlösen und zu sich in die ewige Heimat abzuberufen. In ehrlicher Trauer ergeben wir uns in den Willen Gottes, ist doch mit dem Verstorbenen der Besten einer von uns gegangen. Gott hat in seinem unerforschlichen Ratschluß ein Leben von unsagbarem Leiden erlöst, ein flackerndes Licht verlöscht. Aus dieser Erkenntnis heraus wollen wir als aufrechte Menschen in stiller Wehmut des Verstorbenen gedenken, der am Montag, den 14. November, am evangelischen Friedhof zur letzten Ruhe gebettet wurde. Seine Beerdigung gestaltete sich zu einer wahren Trauerkundgebung: Aus nah und fern hatten sich Trauergäste und Feuerwehren eingefunden um den allseits geachteten und verehrten Toten das letzte Geleite zu geben. Nachdem evang. Pfarre Böhm beim Trauerhause in herzbewegenden Worten von dem Dahingeschiedenen Abschied genommen hatte, wurde der Sarg von Berufskollegen auf die Hauptstraße getragen, dort auf den wartenden Feuerwehrwagen gehoben und flankiert von Feuerwehrkameraden in einem unübersehbaren Trauerzug zum Friedhof geleitet. - Nachdem am offenen Grabe evang. Pfarrer Böhm nochmals des Toten gedachte, sprach Landesinnungsmeister der Schlosserinnung Scharinger im Namen der Innung und Bezirksobmann Schlossermeister Nika im Namen der Kammer der gewerblichen Wirtschaft herzliche Worte des Gedenkens und legten Kränze nieder. Für das Landesfeuerwehrkommando nahm Landes-Feuerwehrkommandant Viktor Horvath und für das Bezirksfeuerwehrkommando Bezirks-Feuerwehrkommandant Alois Schaffer in tiefempfundener Rede und Kranzniederlegung Abschied von dem toten Feuerwehrkameraden. Die Abschiedsgrüße der Stadtgemeinde Oberwart übermittelte Bürgermeister Brunner verbunden mit einer Kranzniederlegung. Mit einem Kranz und herzlichen Worten nahm im Namen der evang. Kirchengemeinde Herr Anetzhofer Abschied von dem verstorbenen Presbyter. Stadtfeuerwehrkommandant Granich sprach innige Worte des Gedenkens an den unvergeßlichen Ehrenkommandanten der Stadtfeuerwehr Oberwart und legte gleichfalls einen Kranz nieder. Von den anwesenden auswärtigen Feuerwehrkameraden ehrten Kommandant Paul der Ortsfeuerwehr Kemeten, Kommandant Kurtz der Ortsfeuerwehr Buchschachen und Kommandant Klein von der Ortsfeuerwehr Bad Tatzmannsdorf den Dahingeschiedenen, der nun in kühler Erde ruht, ebenfalls durch Kranzniederlegungen. - Mit dem Vortrag von Trauerweisen geleitete die Stadtkapelle Oberwart den fast endlos langen Trauerzug bis zum Friedhof, während am offenen Grab der Männergesangverein Oberwart als Abschiedsgruß einen Trauerchor intonierte. Und über all diese Trauerfeierlichkeiten spannt sich der graue Himmel eines trüben Novembertages, vom Winde getragen flattern in bunten Farben die Blätter zur Erde und geben Zeugnis davon, daß auch ein Sterben schön sein kann nach erfüllter Pflicht und einem erfüllten. Leben, ergeben in den Willen Gottes. - Langsam fallen die frühen Schatten der Dämmerung herein, ein Tag geht zu Ende; unerbittlich, unaufhaltsam, so wie auch alles Leben einmal sein Ende findet. Langsam entfernen sich die Trauergäste von der Stätte des Todes, die Pflichten rufen und der Alltag fordert seine Rechte. Möge ihm, der nun hier ruht und uns allen dereinst die Erde leicht sein“. - Siehe auch Bilder #108, #2041, #2042 und #4410;
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
Kommentare
Sie haben eine Frage zu dem Bild oder möchten einen Kommentar dazu abgeben? Registrieren Sie sich bitte mit Namen und Email-Adresse bzw. melden Sie sich unter LOGIN an, wenn Sie schon registriert sind.