Im Sommer 1921 schien sich die Oberwarter Zivilbevölkerung bereits mit dem Anschluss Westungarns und damit der Gemeinde an Österreich - dem „Friedensvertrag“ von Trianon entsprechend – abgefunden zu haben. Die Oberwarther Sonntagszeitung schrieb dazu obigen Artikel: „In letzter Stunde“ - Nun schlägt auch für uns die Stunde, in welcher die alten Beziehungen zu Ungarn abgebrochen und neue Verbindungen angebahnt werden sollen. Besorgt in die trüb vor uns liegende Zukunft schauend, hoffen wir, daß wir von Deutschösterreich nicht so wie die Slowaken von den Tschechen und die Siebenbürgen von den Rumänen behandelt werden. Dem lieben, alten Ungarn und seinen Bewohnern rufen wir zu: „Isten áldd meg a magyart!“ . – Zum allgemeinen Verlauf des Aufstands hier eine Kurzzusammenfassung: Oberwart wurde nun - weil sie in der Wart als einzigem Gebiet auch bei den Einheimischen etwas mehr auf Unterstützung hoffen konnten - immer mehr der Mittelpunkt der Bewegung der Freischärler unter ihrem Anführer Paul von Pronay. Hier errichteten die Pronayschen Freischaren ihr wichtigstes Versorgungslager, und auch die in den Gefechten gefangenen österreichischen Gendarmen und Zöllner wurden hier gefangen gehalten. Allerdings zeigte es sich bald, daß der neue „Staat“ nur eine Fiktion war und er nicht einmal eine Aktionseinheit aller Freischaren herstellen konnte. Im Gegenteil: die Zwistigkeiten zwischen „Karlisten“, die eine Restauration König Karls IV. vorbereiteten, und den „freien Königswählern“ brachen immer stärker hervor. Sang- und klanglos ging dann am 4. November, als die Freischaren aus Oberwart abzogen, der Operettenstaat „Lajta-Banat“ von der politischen Bühne.
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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