ASBOTH Franz: geb. 31.7.1902 in Oberwart, gest. 11.10.1967 in Oberwart; - Seine Eltern waren Kleinbauern, die ihn das Zimmerer-Handwerk erlernen ließen. Zu Beginn der zwanziger Jahre trat er der Gewerkschaft und der Sozialdemokratischen Partei bei und wurde Gemeinderat in Oberwart. Dabei erwarb er sich besonders um die Regulierung der Pinka Verdienste und gründete eine Genossenschaft zur Errichtung von Arbeitereigenheimen. Nach längerer Arbeitslosigkeit zu Beginn der dreißiger Jahre wanderte er 1933 nach Persien aus, wo er als Baupolier an einer wichtigen Fernverkehrsstraße in die Sowjetunion arbeitete. - Im Sommer 1939 kehrte er wieder in die Heimat zurück und bekam in Wien Arbeit als Zimmererpolier. 1942 wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und arbeitete im Rahmen der „Organisation Todt“ [Anm.: paramilitärische Bautruppe im NS-Staat, die den Namen ihres Führers Fritz Todt (*1891/&+1942) trug und danach von Albert Speer geleitet wurde.] in Griechenland und später in Polen. Bei Kriegsende gelang es ihm, noch im April 1945 nach Hause zu kommen, wo ihn die sowjetische Besatzungsmacht wegen seiner guten Russischkenntnisse als Bürgermeister von Oberwart einsetzte. Allerdings wurde er wegen seines mutigen Einsatzes für die schwer bedrückte Zivilbevölkerung bald unbequem und von der Besatzungsmacht bereits im Juli 1945 abgesetzt. Während dieser Zeit hatte Asboth die SPÖ nicht nur in Oberwart, sondern in weiten Teilen des Bezirkes wieder aufgebaut. Er wurde deren Bezirksobmann und zog als Abgeordneter seiner Partei in den ersten Landtag des wiedererrichteten Burgenlandes (5.Wahlperiode 13.12.1945 - 9.10.1947). Als im Juni 1947 der Landesverband der Konsumgenossenschaften im Burgenland gegründet wurde, kam er in dessen Vorstand. Differenzen mit der Parteiführung in Eisenstadt bewogen den impulsiven Politiker aber schon 1947, sein Mandat niederzulegen. Anfang der fünfziger Jahre übersiedelte Asboth nach Illmitz, wo er ein Kino eröffnete. 1962 verkaufte er dieses und kehrte nach Oberwart zurück. Hier starb er nach längerem Krebsleiden 1967. - Nach Gerald Schlag: „Burgenland – Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien“
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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