Die Geschichte des Hauses OW 154 / Wienerstraße 3: Das Gebäude wurde lt. der Jahreszahl am Dachstuhl bereits 1777 errichtet. 1857 nennt eine alte Adressenliste einen Samuel Köhler als Eigentümer des Gebäudes. Bekannt ist auch, dass ein Janos Köhler (*1839/+1910) an der Adresse OW 154 / Wienerstraße 3 als Postmeister fungierte, was durch Dachbodenfunde beim Abriss des Gebäudes bestätigt wurde. [Anm.: Im Jahre 1863 wurde in Oberwart erstmals ein eigenes Postamt eingerichtet, davor war die Poststation Güns/Köszeg für den Postverkehr des gesamten Gebietes um Oberwart zuständig]. Seine Tochter Ida Köhler (*1866/+1904) hatte Imre/Emmerich Szalay, Notar/königlicher Richter aus Steinamanger geheiratet, wodurch zu erklären ist, dass auf der Parte von Janos Köhler ein Stefan Szalay und eine Ida Szalay als Enkeln zu finden sind. Um 1945 scheint - wahrscheinlich dieser - Stefan/Stephan Szalay als Besitzer der Liegenschaft auf. - Über die Zeit von Postmeister Janos Köhler weiß Hr. Gamauf zu berichten, dass sich im Haus auch ein Stall für Pferde der Postkutschen, die man dann dort wechselte, befand. – Mutter von Ida Köhler ist Amalia Köhler (geb. Prey, *1846/+1866), die jedoch schon mit 20 Jahren verstarb. Janos Köhler heiratete daraufhin ein 2. Mal, womit Terezia Köhler (geb. Mager, *1849/+1914) zur Stiefmutter von Ida Köhler wurde. - Lt. Zeitzeugen besaß die Familie Szalay in Oberwart bald ausgedehnten Grundbesitz z. B. im Bereich der heutigen Prinz Eugenstraße bis ins Fenek-Tal und im heutigen Bereich zwischen Badgasse und Waldmüllergasse. Genannte Zeitzeugen wissen dazu zu berichten, dass diese Vermehrung des Besitzes mit der Tätigkeit von Imre Szalay als Notar / Königlicher Richter in Zusammenhang zu bringen ist. - Bekannt ist, dass Dr. Istvan Szalay, ein Nachfahre, im Zuge des Ungarnaufstands 1956 flüchtete und sich in Deutschland niederließ. Während all dieser persönlichen Veränderungen blieb das Haus aber weiterhin im Familienbesitz. Der Verwalter in Oberwart war um diese Zeit Herr Karl Pani, der in die eingemietete Kaufmannsfamilie Schuch eingeheiratet hatte und die Schwiegermutter, Witwe Maria Schuch (geb. Grabner) und ihre Tochter in der Manufaktur & Spezereiwaren-Handlung [Anm.: Delikatessen-Feinkost-Gemischtwarenhandlung] Schuch - OW 154 / Wienerstraße 3 – unterstützte. In den 1970er-Jahren wird ein Arch. DI Gabor Szalay als Besitzer genannt, der danach einmal mit seiner Schwester Janka / Hanna Szalay und dann wieder mit Paul Szalay – wahrscheinlich der Sohn der Schwester - als Bauwerber für verschiedenste Um- und Zubauten am Grundstück aufscheint. So wurden z. B. am hinteren Teil des Grundstücks von Paul Szalay (er ist als Besitzer in einer Adressenliste aus den 1970er-Jahren genannt) 1978 alte Räumlichkeiten für das Cafe von Horst Lang (später das Stadt-Cafe von Gustav Gamauf) adaptiert. 1992 und dann nochmals 1997 wurde von Gabor und Janka Szalay das Nebengebäude (früher ein kleines Wirtschaftsgebäude der Fam. Stelzer) um- und ausgebaut und 2011 von Gabor Szalay und Hanna Wirgler (geb. Janka Szalay) aufgestockt. 1999 kam es zu einem Ausbau im Keller, wodurch weitere Geschäftsräume vermietet werden konnten. - Ca. im Jahr 2021 kam DI Gabor Szalay bei einem Verkehrsunfall ums Leben, sein Sohn David Armbruster wurde schwer verletzt und überlebte somit entgegen anders lautender Gerüchte. - Lt. Gustav Gamauf waren die Vertragspartner für ihn seit der Eröffnung des Stadt-Cafés am 1. Dezember 1986 immer Gabor Szalay und seine Schwester Janka Wirgler (geb. Szalay), die als BesitzerInnen aufgeschienen sind. Janka ließ sich jedoch durch eine Vollmacht immer von ihrem Bruder vertreten. Bei der Auflösung des Mietverhältnisses von Hrn. Gamauf Ende 2021 befand sich das Gebäude im Besitz des Sohnes David Armbruster und seiner Tante Janka. Diese verkauften das gesamte Areal 2023 an die Evangelische Muttergemeinde AB Oberwart, die gemeinsam mit der OSG an einem Konzept arbeitet, das Wohnen und soziale Angebote in die Innenstadt bringen soll und voraussichtlich im Herbst 2026 spruchreif wird. Zu den Mietern an der Adresse Wienerstraße 3 ist folgendes bekannt: – Das Geschäft der Fam. Schuch wurde 1960 geschlossen und zumindest die Räumlichkeiten in der linken Haushälfte von der aus Hartberg kommenden Firma "Massing - Vorhänge, Stoffe, Innenausstattung" übernommen wurden. Diese wurden dann ab 1976 von der Fa. Textil Bauer gemietet. Den hinteren Teil des Gebäudes übernahm 1978 Horst Lang (später das Stadt-Cafe von Gustav Gamauf) und führte schon damals darin ein Cafe. Für die rechte, vordere Haushälfte ist bekannt, dass um das Jahr 1973 die Fa. Sport & Trachten Marlovits vom Geschäftslokal Steinamangererstraße 26 hierher übersiedelte. Bedingt durch seine Kriegsverletzung musste Herr Marlovits jedoch nach wenigen Jahren seine Pension antreten. Seine Gattin wurde daraufhin Geschäftsführerin der Nachfolgefirma "Sport-Trachten-Korbwaren Mohl". Anschließend war in den Räumlichkeiten für kurze Zeit das Modengeschäft Weinberger untergebracht. 1998 übernahm die Fa. Textil Bauer auch das rechte Geschäftslokal, sodass man ab dieser Zeit im innen und außen adaptierten Gebäude links „Vorhänge Bauer“ und rechts „Mode Bauer“ finden konnte. Schon etwas vorher verließ die Fa. Bauer ihre Zuschneiderei im Nebenhaus Wienerstraße 5 am Stock und verlegte sie gemeinsam mit einem Lager in das am Grundstück Wienerstraße 3 hofseitig gelegene Gebäude. 1999 bezog Walter Horvath mit seiner Vinothek „Vlad Dy Dracul“ für 10 Jahre das neu ausgebaute Kellerlokal. Der letzte Mieter in der rechten Haushälfte bis zum Jahr 2025 war der "GEA-Laden mit Buchhandlung" der Familie Trenker. In der linken Haushälfte logierte nach der Fa. Massing also ca. 40 Jahre die Fa. Bauer, die jedoch knapp vor dem Tod des Juniorchefs Jörg Bauer im Jahr 2015 ebenfalls geschlossen wurde. Nachmieter war bis 2023 der „Natur:genuss Bioladen Oberwart“ von Manfred Reppe. Im großzügigen Durchgang zwischen den beiden Geschäftslokalen gelangte man in das allseits bekannte Stadt-Cafe von Gustav Gamauf, durch den die hinteren Teile des Gebäudes vom 1. Dezember 1986 bis 2022 also knapp über 35 Jahre genutzt hatte.
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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