BF vom 30. Mai 1973: "10 Jahre HYPO-Filiale in Oberwart"

BF vom 30. Mai 1973: "10 Jahre HYPO-Filiale in Oberwart"

Die Zeitung schreibt darüber ausführlich: "Am 23. Mai 1963 wurde in Oberwart die erste Hypo-Filiale eröffnet. Damals - es war die Zeit vor der Sitzverlegung der Hauptanstalt nach Eisenstadt - war sie allerdings Filiale Nr. 2, Filiale Nr. 1 war ja die damalige Zweigstelle Eisenstadt. Die Gründung dieser Filiale wurde lange und reiflich überlegt. Die Gründe, die für die neue Filiale sprachen, waren aber stärker als alle Bedenken. Welche Gründe waren dies nun? Nach den für die Errichtung von neuen Zweigstellen geltenden Richtlinien des Kreditwesengesetzes soll eine neue Zweigstelle nur dann errichtet werden, wenn ein Örtlicher oder gesamtwirtschaftlicher Bedarf gegeben ist. Diese Voraussetzungen lagen zweifellos vor: 1.Die HYPO-BANK gewährt langfristige und unkündbare Darlehen und hat in dieser Geschäftssparte eine echte Sonderstellung. Derartige günstige Kreditmöglichkeiten, die für viele Wirtschaftssparten eine echte Notwendigkeit sind, werden von keinem anderen Kreditinstitut angeboten. Die lange Laufzeit bietet die Möglichkeit, die jährlichen Rückzahlungsbeträge niedrig anzusetzen, und die Unkündbarkeit schützt den Kreditnehmer vor Aufkündigungen seitens des Gläubigers. Die besten Darlehen nützen aber nichts, wenn sie nicht an die richtige Stelle kommen. Der südliche Zipfel des Burgenlandes liegt etwa 11/2 bis 2 Autostunden von Eisenstadt entfernt. Es ist klar, daß dadurch die Kreditgewährung seitens der HYPO-BANK stark benachteiligt war. Das Burgenland benötigt zum weiteren Ausbau seiner Wirtschaft langfristige Mittel, wie sie aus dem Verkauf von Pfandbriefen und Kommunalschuldverschreibungen gewonnen werden. Mittel dieser Art sollen auch im eigenen Land aufgebracht werden. Dazu war es aber ebenfalls notwendig, den potentiellen Kunden mit dem Verkaufslokal näherzurücken. Für die HYPO-BANK hat sich die Notwendigkeit auf Ausbau eines Verkaufsnetzes in den letzten Jahren noch verstärkt, da andere Kreditinstitute immer stärker ihre eigenen (von den Pfandbriefen und Kommunalschuldverschreibungen aber verschiedenen) Schuldverschreibungen zum Verkauf anbieten. 3. Die HYPO-BANK ist ein Spezialinstitut für langfristige Finanzierungen. Sie betreibt daneben aber alle Bankgeschäfte. Zur Finanzierung zieht sie wie jedes andere Kreditinstitut auch Einlagemittel heran. Sie braucht diese aber auch zur Unterstützung des Emissionsgeschäftes. Die HYPO-Bank konnte somit davon ausgehen, daß sie einen örtlichen und gesamtwirtschaftlichen Bedarf befriedigen kann. Und die Entwicklung hat diese Überlegung in vollem Ausmaß bestätigt. Die obenstehenden Zahlen mögen dies beweisen: Die dargestellten Überlegungen gelten in Hinkunft auch für die weiteren Filialerrichtungen der HYPO-BANK. Nach Oberwart folgte 1972 Neusiedl am See, und in Kürze soll eine neue Filiale in Oberpullendorf errichtet werden. Die rasche Aufwärtsentwicklung ist nicht zuletzt dem großen Einsatz der Mitarbeiter in der Filiale zu danken, an der Spitze der Leiter der Filiale, Vorstand Karl PANI;. - Einlagen rund 10,8 Millionen Schilling; Spareinlagen rund 19,7 Millionen Schilling; Verkauf von Pfandbriefen und Kommunalschuldverschreibungen rund 25,2 Millionen Schilling; Kredite (Schuldner) rund 45,4 Millionen Schilling; Bilanzsumme rund 50,4 Millionen Schilling; - Nachstehende Projekte wurden über die Filiale Oberwart von der HYPO-BANK finanziert: ® Ziegelwerk Di Maria, Rotenturm; der Kassensaal in der Oberwarter Filiale der HYPO-BANK; ®SANIPED Fußkomfort Ges. m.b.H., Großpetersdorf; ® Möbelwerk Gebrüder JESSENKO, Kemeten; ® VOSSEN Frotier Ges. m. b. H., Jennersdorf; - Zu diesen Großprojekten kommen noch wesentliche Finanzierungen über die Oberwarter gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft im gesamten Landesbereich und die zahlreichen Gemeindedarlehen im südlichen Landesteil, die über die Filiale Oberwart abgewickelt wurden. - Diese Investitionen sind ein Beweis dafür, daß die HYEO-BANK mit ihren Filialen bemüht ist, ihrem satzungsmäßigen Auftrag gerecht zu werden, den Geld- und Kreditverkehr, im besonderen den Grund- und Kommunalkredit, im Lande Burgenland zu fördern“.

JAHR DER ENTSTEHUNG

1973

ANGABEN ZUR HERKUNFT DES BILDES

Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER

Herkunft des Bildes: © ÖNB – ANNO: Historische österreichische Zeitschriften und Zeitungen

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