Der ausführliche Artikel lautet: „Die Maifeier in Oberwart. Als herrliches Fest des sinnfälligen Ausdrucks der Freude über den Anbruch des deutschen Frühlings feiert das deutsche Volk den 1. Mai. Wie in allen Gauen, Städten und Dörfern unserer Heimat wurde auch in Oberwart dieser Tag der deutschen Arbeit, der Nationalfeiertag des deutschen Volkes in festlicher und freudigster Stimmung begannen. Es war ein 1. Mai ohne geballte Faust, es war ein Sinnbild der Ueberwindung des Klassenkampfes – einer neuen Zeit, in der die tausendfältigen Kräfte einer ganzen Nation zusammengefaßt und auf ein gleiches Ziel ausgerichtet sind. Zum ersten Mal durften wir Ostmarkbewohner durch die befreiende Tat des Führers an diesem Tage der deutschen Arbeit teilnehmen. – Am Vortage wurde gegen sieben Uhr abends in feierlicher Weise das Aufstellen des Maibaumes zwischen dem Gebäude der Bezirkshauptmannschaft und dem Parke vorgenommen. Zu diesem festlichen Akte hatten sich die Wehrmacht, die Spitzen der Partei und des Verwaltungsdienstes, die Gendarmerie, die Gemeindevertretung, die Betriebsorganisationen und zahlreiche Volksgenossen eingefunden und um den Festplatz Aufstellung genommen. Durch Formationen der SA., HJ. und BdM. erfolgte die feierliche Einholung des Maibaumes, welcher nun von geübten, flinken Händen aufgestellt wurde. Der 28 Meter hohe, mit Kränzen, Wimpeln und Bändern geschmückte Baum, an dessen Spitze das Hakenkreuz prangte, bot ein herrliches Bild. Die drei Kränze sind das Symbol des Gedenkens an die im Weltkriege gefallenen Helden, an die Toten der Bewegung und an die Opfer der Arbeit. Nach dem Aufstellen des Maibaumes erklang das Lied: „Wenn die Stürme Leben wecken“. Anschließend hielt Ortgruppenleiter Pg. Willibald Pierer eine kurze Ansprache, in welcher er die Bedeutung und den Sinn dieses deutschen Feiertags erklärte. Die schöne Feier fand mit dem gemeinsamen Absingen des Liedes: „Ein junges Volk steht auf“ ihren Abschluß. – Der festliche Auftakt für die Feier am Sonntag war das Wecken mit Musik um 6 Uhr früh, zu welcher Stunde in der hiesigen Kaserne eine feierliche Flaggenparade stattfand. Mit schmetternder Marschmusik, ausgeführt von der Musikkapelle Kemeten, ging es in Begleitung von HJ. und BdM. durch die Straßen des im Fahnenschmuck prangenden und geschmückten Ortes. Bald war alles auf den Beinen und eine fröhlich, festlich gestimmte Menschenmenge erfüllte die Straßen. Gegen 10 Uhr versammelten sich die Formationen bei der Unterwarter Brücke zum Aufmarsch vor dem Maibaum. Die Aufmarschleitung versah die SA. Es marschierten die Wehrmacht, führende Parteimänner, eine SA-Ehrenabordnung, das NSKK. [Anm.: Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps], HJ., BdM., Leiter und Beamte des Verwaltungsdienstes und Betriebsorganisationen. Nach halb elf Uhr vormittags traf der Zug vor der Bezirkshauptmannschaft ein, wo sich eine große Menschenmenge eingefunden hatte; die Formationen nahmen Aufstellung. Nachdem das Lied: „Wenn die Hämmer schweigen ….“ Verklungen war, sprach HJ-Scharführer Reisinger in eindrucksvoller Weise den Fahnenspruch. Anschließend wurde das Lied: „Nur der Freiheit gehört unser Leben ….“ Gesungen und die durch die große „Ostburg“-Lautsprecheranlage übertragene Rede des Reichsministers Dr. Göbbels angehört. Nach der Rede wurde der Aufmarsch abgebrochen und nach 12 Uhr versammelten sich wieder die Volksgenossen auf dem Adolf-Hitler-Platze, um der Uebertragung der großen Kundgebung aus dem Lustgarten zu Berlin und der Rede des Führers beizuwohnen. In feierlicher Stille hörten die Volksgenossen die Worte ihres Befreiers und als die unmittelbaren Teilnehmer im Berliner Lustgarten die beiden Nationalhymnen singen und die Oberwarter Teilnehmer die Hand zum deutschen Gruße erhoben, klingt wohl in allen Herzen der unermessliche Dank an den Führer für seine Tat der Befreiung mit, lebt in allen das Gefühl des Stolzes, Glieder dieses großen deutschen Reiches sein zu dürfen. Nach einem von der HJ ausgerichteten Sprechchor zerstreuten sich die Teilnehmer. – Der Tag der deutschen Arbeit fand nachmittags um drei Uhr mit einem Volksfest seine Fortsetzung. Auf dem Aufstellungsplatze des Maibaumes wurden in Anwesenheit hunderter Volksgenossen Volkslieder gesungen, eine Tanzgruppe der HJ. und des BdM. führte mit Begeisterung aufgenommene Volkstänze auf, der Männergesangverein (Leitung Lehrer Fr. Mühl) erntete für den Vortrag einiger Lieder herzlichen Beifall. Es wurden lustige Spiele aufgeführt und allen sah man an, daß sich nur Freude und Begeisterung am 1. Mai ihr Denken und Sein erfüllen, sondern auch die tief im Herzen wurzelnde Zuversicht, daß die deutschen befreiten Ostmarkbewohner endlich einer glücklichen Zukunft entgegen sehen. – In diesem Zeichen und mit diesem freudigen Zukunftshoffen klang der 1. Mai aus. Freudig gestimmte Menschen erfüllten noch lange die Straßen Oberwarts und mit der Erinnerung an die schönen Stunden dieses Feiertages ging man Montag früh freudigen Herzens an die Arbeit“.
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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