Reformierte Pfarrgemeinde: Pfarrer und Senior Sandor / Alexander Gueth - *1830/+1896 (Portrait)

Reformierte Pfarrgemeinde: Pfarrer und Senior Sandor / Alexander Gueth - *1830/+1896 (Portrait)

Alexander Gueth war verheiratet und übte die Funktion des Pfarrers in Oberwart von 1857 bis 1896 aus. Er war zuletzt auch Senior und Verfasser der oft herangezogenen Geschichte der hiesigen reformierten Kirchengemeinde (siehe Bild #1071). Er weist seinen Gehalt im Jahre 1875 wie folgt aus: In bar 150 fl., 40 Metzen Weizen und ebensoviel Korn, 30 Metzen Hafer, 1 Meterzentner Fleisch, 20 Pfund Unschlitt, die Benützung von 4 Joch Äcker, einer Wiese zu 3—4 Fuhren Heu und Grummet, 20 Klafter Brennholz, 10 Kreuz Stroh, ein Haidenfeld (zwei Stücke von der Kirche, zwei Stücke von der politischen Gemeinde), 6 Fuhren Streu für das Vieh (somit betrieb er auch eine Landwirtschaft), Stolgebühren und die Offertorien nach Abendmahlausteilungen. (Text nach "www.zobotat.at - Bgld. Heimatblätter; Josef L o i b e r s b e c k, 1968); - // - Alexander Gueth trat sein Amt in der reformierten Pfarrgemeinde am 28. März 1857 an. Er war eine bedeutende Persönlichkeit in der Geschichte der Oberwarter Gemeinde, Senior des Oberwarter Seniorates. Während seiner außerordentlich langen Amtszeit konnte er das Ansehen der Kirchengemeinde beträchtlich vermehren. Zur Jahrhundertfeier der Kirche schrieb er die für historische Arbeiten noch heute als Quellenmaterial diente. Zum Jubiläum der Kirche ließ er den Chor erneuern, der seither von gegossenen Eisensäulen getragen wird. Die schön klingende Orgel mit 14 Registern wurde damals um 2000 Gulden erbaut. Die Hälfte dieses Betrages wurde von Frau Susanna Fülöp, geb. Zambo, gespendet. Das Jubiläum feierte die Kirchengemeinde in einem glänzenden Rahmen: „Nach Aufstellung der Orgel und Abschluß der Erneuerungsarbeiten im Inneren der Kirche haben wir das Freudenfest der Jahrhundertfeier nach folgender Ordnung begangen: Die Jugend sang ohne Orgelbegleitung, bis der Pfarrer, die Presbyter und die Gäste in die Kirche einzogen. Dann weihte der Pfarrer vor dem Tisch des Herrn die Orgel mit einem Gebet. Nun ertönte die neue Orgel, und zwar, da unser Lehrer noch ungeübt war, unter den geschickten Händen eines geborenen Tschechen, des an der Oberschützener LBA studierenden Ladislaus Postpisil mit dem Lied Nr. 47. Dann wurde Lied Nr. 37 gesungen und der Pfarrer bestieg anschließend die Kanzel und hielt die Festpredigt über 1. Korinther 15, Vers 57 und 58 und schließlich erteilte er das Heilige Abendmahl. Nach dem Nachmittagsgottesdienst wurde ein Festessen veranstaltet. An beiden Festgottesdiensten bediente der genannte Postpisil die Orgel. Das ganze Fest verlief in bester Ordnung unter großer Freude in der von einer inbrünstigen Menge überfüllten Kirche." –Herr Georg Verdi, der von hier abstammt und gegenwärtig als Komitatsrechnungsbeamter wirkt, Iieß die ,,Geschichte der Kirchengemeinde" auf seine Kosten drucken. Der gesamte Erlös wurde für die Ausbildung armer Schüler verwendet. Der gegenwärtige Stand der Kirchengemeinde scheint in diesem - im Archiv aufliegenden kleinen Hefte auf - gebe der gnädige Gott, daß die nächste 100-Jahr-Feier die Kirche in noch größerer Erhabenheit und Blüte begehen kann. Alexander Gueth, Pfarrer." – Zur Ausgestaltung der Kirche: neue Orgel; einem auf Eisensäulen ruhenden, breitem neuem Chor und neuem Anstrich von innen und außen; - In der Mitte der Kirche steht der 1856 angefertigte marmoriert gestrichene Tisch des Herrn, darüber erhebt sich die in der Mitte einer Langseite des Kirchenschiffes gebaute, dem Barock nachgebildete, Kanzel, deren Decke ein seine Jungen mit seinem BIute nährender Pelikan als christliches Symbol ziert. Der Chor erstreckt sich entlang der drei übrigen Wände in Höhe der Kanzel. Zur Ausstattung des Tisches des Herrn gehören zwei vergoldete Silberkelche, einer ist das Geschenk der Judith Szeremley, geb. Szentpeter und stammt aus der Mitte des 18. Jhdt. Den anderen spendeten die Frauen der Gemeinde im Jahre 1868. Der Taufe dient ein Becken und eine im Jahre 1800 gekaufte Zinnkanne.

JAHR DER ENTSTEHUNG

1895

ANGABEN ZUR HERKUNFT DES BILDES

Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER

Herkunft des Bildes: © „Die Obere Wart“

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