In der „Geschichte der evang.-reform. Pfarrgemeinde Oberwart“ widmet Pfarrer Sandor / Alexander Gueth (*1830/+1896) der Geschichte des reformierten Friedhofs einen besonderen Absatz: „Bis 1778 wurden auch die Reformierten auf dem Friedhof um die röm.-kath. Kirche begraben, in diesem Jahr aber mußten sie auf höheren Befehl einen Teil des heutigen Friedhofs aufsuchen. Nachdem dieser Teil voll wurde, nahmen sie 1806 ein weiteres Stück und 1836 noch eines dazu und als auch diese belegt waren, wurde das "Ganze Stück" feierlich zum Friedhof geweiht, welches noch heute als Begräbnisstätte dient. - Über die Kosten für den Brunnen auf dem Friedhof wurde 1949 berichtet, dass sie nicht vollständig gespendet wurden, sondern aus der Kirchenkasse ergänzt werden mussten. 1959 ließ die Gemeinde durch den Friedhof einen mit Steinen ausgebauten Weg errichten. 1966 wurden auf dem Friedhof zwei Wasserentnahmestellen errichtet, die der städtischen Wasserleitung angeschlossen sind. - Der reformierte Friedhof wurde also 1778 angelegten. Insbesondere der alte Teil des Friedhofes, mit Grabsteinen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, lässt die Besonderheit der ungarischen Tradition deutlich werden. So finden wir auf den Grabsteinen keine Kreuze, sondern auf den älteren den Stern als Zeichen der Reformierten, auf den jüngeren eine Trauerweide. Die Grabsteine sind so aufgestellt, dass die Schrift vom Grab weg gerichtet ist. Neben Grabsteinen finden sich aber auch einfache Holzpfähle, an denen ein kleiner Kasten aus Metall mit einer in Scharnieren beweglichen, verschließbaren Türe angebracht ist. In diesen Kästen befanden sich Blechtafeln, auf denen die Namen der Verstorbenen aufgeschrieben waren. Die älteren Grabsteine enthalten nach ungarischer Tradition weder das genaue Geburts- noch das genaue Todesdatum, sondern entweder die Altersangabe des Verstorbenen oder die Jahreszahlen seines Lebens. Unter den älteren Steinen herrscht Sandstein als Material vor. Leider sind dadurch eine Reihe älterer Inschriften kaum noch lesbar.
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